Der Sommer 2026 bringt für Shopify-Shops mehrere parallel laufende Updates, die je nach Shop-Typ unterschiedlich wichtig sind. Manche sind Pflicht (Scripts-Abschaltung), manche sind Chancen (Checkout Blocks auf Basic), manche sind kleine Detail-Updates in der neuen API.
Dieser Artikel fasst alle relevanten Updates kompakt zusammen, priorisiert nach Dringlichkeit für deutsche Shops. Ein Überblick, keine Tiefenanalyse. Für die einzelnen Themen gibt es jeweils eigene Detail-Artikel, die hier verlinkt sind. Offizielle Quellen sind Shopify Editions für die Winter-Edition-Features und das Shopify Developer Changelog für API-Änderungen.
Shopify Scripts werden abgeschaltet
Die größte Änderung für Plus-Shops: Der Script Editor wird am 30. Juni 2026 endgültig abgeschaltet. Seit dem 15. April können bestehende Scripts nicht mehr bearbeitet werden. Wer Discount-, Shipping- oder Payment-Scripts nutzt, muss auf Shopify Functions migrieren.
Das ist kein Knopfdruck. Jedes Script muss als Function neu entwickelt und getestet werden. Der Aufwand liegt je nach Komplexität zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen pro Script.
Ausführliche Anleitung und Migrationsplan: Shopify Scripts Migration: Umstieg auf Shopify Functions.
Winter Edition 2026: Sidekick und A/B-Tests
Die Shopify Winter Edition 2026 ist live. Die zwei wichtigsten Neuerungen für den Shop-Alltag:
Sidekick baut jetzt eigenständig Apps, Flows und Theme-Anpassungen per Texteingabe. Das heißt konkret: Du kannst Sidekick bitten, einen Flow für "neue Bestellungen an Slack senden" zu bauen, und das Ergebnis wird direkt als Flow angelegt. Theme-Anpassungen funktionieren analog, zum Beispiel "füge einen Banner oben auf der Produktseite ein".
Der Nutzen hängt davon ab, wie komplex deine Anforderungen sind. Für Standard-Aufgaben spart es Zeit, für maßgeschneiderte Logik reicht es oft nicht und du brauchst weiterhin manuelles Setup. Aber als Ideen-Generator und Einstieg ist es nützlich.
Native A/B-Tests sind jetzt in Shopify Admin eingebaut und ersetzen für viele Shops Tools wie Google Optimize (abgeschaltet), VWO oder Shogun A/B. Du kannst Theme-Varianten gegeneinander testen, Produkttexte, Preise oder Layouts. Das ist eine echte Vereinfachung, weil A/B-Testing jetzt ohne Drittanbieter und zusätzliche Abos funktioniert.
API-Version 2026-04 live
Die neue API-Version 2026-04 ist seit Anfang April aktiv. Drei Updates sind für den Alltag relevant:
Discount-Tags: Rabatte können jetzt mit Tags versehen werden, die in der API abfragbar sind. Damit lassen sich Rabatt-Kampagnen besser tracken und auswerten.
Barcode-Support für Inventory Shipments: Inventar-Bewegungen können jetzt auch per Barcode erfasst werden. Das ist besonders für Shops mit mehreren Lagern relevant.
_price Felder in REST Admin API entfernt: Wer noch REST-Endpunkte nutzt, muss auf GraphQL umstellen, weil einige Preis-Felder in REST nicht mehr verfügbar sind.
Der letzte Punkt ist ein echter Migrations-Schmerz, wenn dein Shop oder eine deiner Apps noch REST nutzt. Shopify drängt seit Monaten auf GraphQL, und die aktuelle Version ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Prüfe deine Custom Apps und Third-Party-Integrationen.
Checkout Blocks für alle Pläne
Eine der nützlichsten Änderungen: Min- und Maximalbestellwerte im Checkout lassen sich jetzt auch auf Basic, Grow und Advanced einrichten, nicht mehr nur auf Plus. Vorher war das eine Plus-exklusive Funktion.
Wer also kleine Bestellungen ausschließen möchte, etwa Mindestbestellwert 25 Euro, kann das ab sofort im Checkout Editor direkt konfigurieren. Kein Custom Code, keine App.
Das trifft viele kleinere Shops, die bisher mit App-Lösungen wie Charge Less oder Minimum Order gearbeitet haben. Die App-Abos lassen sich jetzt oft kündigen.
Wichtig: Die Konfiguration liegt in den Checkout Blocks, nicht mehr im klassischen Checkout-Editor. Wer noch die alte Oberfläche hat, muss zuerst auf Checkout Blocks umstellen.
Expiring Offline Access Tokens
Ein Update, das nur App-Entwickler direkt betrifft, aber langfristig alle Shops durch ihre installierten Apps: Seit 1. April 2026 sind Expiring Offline Access Tokens Pflicht für neue Public Apps im Shopify App Store. Die Tokens laufen ab und müssen regelmäßig erneuert werden.
Für bestehende Apps gibt es eine Übergangsfrist. Wer eigene Custom Apps hat, sollte prüfen, ob die Token-Handhabung in der Code-Basis die neuen Anforderungen erfüllt. Sonst droht nach der Übergangsfrist ein Auth-Problem.
Zweiter Punkt für Entwickler: Checkout-Metafields in Checkout UI Extensions sind deprecated. Wer bestehende Extensions hat, die Metafields im Checkout lesen oder schreiben, sollte die Migration auf den neuen Mechanismus einplanen. Shopify gibt eine Abkündigungs-Deadline, die du nicht verpassen willst.
Was deutsche Shops priorisieren sollten
Für den durchschnittlichen deutschen Shopify-Shop empfehle ich diese Reihenfolge:
Prio 1 (Plus): Scripts-Migration auf Functions. Deadline 30. Juni.
Prio 2: Checkout Blocks aktivieren und falls relevant Min/Max-Bestellwerte konfigurieren. Quick Win, wenige Stunden. Für die Plan-Entscheidung hilft der Shopify Kostenrechner.
Prio 3: API-Prüfung, falls Custom Apps oder Third-Party-Tools im Shop laufen. GraphQL-Migration einplanen.
Prio 4: Native A/B-Tests ausprobieren, alte A/B-Testing-Abos evaluieren und ggf. kündigen.
Prio 5: Sidekick für Routine-Tasks im Admin einsetzen. Keine kritische Abhängigkeit aufbauen, aber als Zeit-Spar-Tool nützlich.
Parallel laufen die rechtlichen Themen im Sommer 2026: Widerrufsrecht-Update im Juni, AI-Act im August und Green Claims im September. Plan die jeweiligen Anpassungen in den Ressourcen-Kalender ein.
Aus der Praxis
Bei einem aktuellen Kunden-Shop haben wir direkt nach der Winter Edition die nativen A/B-Tests aktiviert und zwei bisherige App-Abos gekündigt. Zeitersparnis spürbar, Kosten pro Monat niedriger. Die Scripts-Migration läuft parallel, und hier zeigt sich der typische Konflikt: Wer beides gleichzeitig macht, riskiert Überschneidungen beim Testing. Besser sauber nacheinander abarbeiten.
Fazit
Der Sommer 2026 ist dicht. Plus-Shops haben mit der Scripts-Abschaltung eine harte Deadline, alle Shops profitieren von den Checkout-Block-Updates und der Winter Edition.
Wichtig ist, die Updates nicht gleichzeitig mit den rechtlichen Themen anzugehen. Wer im Juni sowohl Scripts migriert als auch den Widerrufsbutton erneuert, macht beides halb. Besser: technische Updates im April und Mai, rechtliche Anpassungen in separaten Sprints.
Wenn du Unterstützung bei der Umsetzung brauchst, sei es die Scripts-Migration, Checkout-Block-Setup oder API-Umstellung, melde dich gerne. Ich habe die Updates selbst schon mehrfach in Kunden-Shops umgesetzt, zuletzt etwa bei Strive Magazine mit Custom Apps und Flow-Automatisierung.
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